Mittwoch, 20. Mai 2020

Schilderwald 14



Ich gehöre zu keinen der hier Genannten und bin trotzdem weitergegangen. 
Ich durfte das, denn ich hatte Eintritt bezahlt. 
Dieses Schild hängt im Treppenhaus des Berliner Doms und ab heute auch virtuell in Artis Schilderwald.


Dienstag, 19. Mai 2020

Vorbildlich

Diese Bäume im Britzer Garten nehmen es mit dem Mindestabstand sehr genau ;-)


Montag, 18. Mai 2020

Die Welt in der Kugel




Anfang April begann ich mit dem Lensball zu fotografieren.
Ich zeige euch hier mal einige Kugelbilder, die seitdem entstanden sind.


Bautzen:
bautzen
    Britzer Garten:



Schloss Biesdorf:


Gärten der Welt:

Bei mir im Innenhof:
Wolkenhain auf dem Kienberg:

Sonntag, 17. Mai 2020

Donnerstag, 7. Mai 2020

Die verschwundene Grenze 3/3

Am Morgen des 3. Tages ging es mit der S-Bahn wieder nach Teltow zurück.
Am Bahnhof Friedrichstraße mussten wir umsteigen. Hier befand sich zu DDR-Zeiten ein Grenzübergang. Er hatte eine große Abfertigungshalle, die im Volksmund Tränenpalast genannt wurde. Heute befindet sich dort eine interessante Ausstellung zur deutschen Teilung.


Wer dort die Abfertigung und Zollkontrolle passiert hatte, betrat den Teil des Bahnhofes, der im Westteil lag und konnte von dort aus mit der S-Bahn ins westberliner Gebiet weiterreisen. Dieser Teil des Bahnhofes war für die Benutzer der ostberliner S-Bahn nicht einsehbar und ich war nach der Grenzöffnung sehr überrascht, wie groß dieser Bahnhof ist. Um nach Teltow zu kommen, mussten wir den unterirdischen Bahnsteig benutzen, von deren Existenz  ich bis 1990 nichts wusste. 
In Teltow fuhren wir am Teltowkanal entlang und erreichten bald eine wunderbare Kirschblütenallee.



Ein japanischer Fernsehsender sammelte bei seinen Zuschauern mehr als eine Million Euro an Spenden um an Orten der ehemaligen Grenze Kirschbäume zu pflanzen.
Dass in 9000 km Entfernung Menschen von unserer Grenzöffnung so begeistert waren, dass sie soviel Geld für ein blühendes Geschenk sammelten, berührt mich sehr. Als ich nach der Tour dazu recherchiert habe, erfuhr ich, dass auch in "meinen" Gärten der Welt Kirschbäume aus dieser Aktion stehen.

Unser Weg führte uns weiter durch die Frühlingslandschaft. Wir fuhren durch kleine Wäldchen und über den ehemaligen Postenweg, manchmal mit Blick auf die Stadt.


Bei Großziethen sieht man, wie dicht die Mauer  an der Stadt entlanglief. Die Hochhäuser gehören zur Gropiusstadt, einer Großraumsiedlung im damaligen Westberlin. In Großziethen gab es von 1973-1977 ein "Loch" in der Grenze. Dort passierte die westberliner Müllabfuhr die Grenze, um in Großziethen Müll abzukippen. Westberlin war ja faktisch eine Insel und musste seinen Müll loswerden und die DDR brauchte Devisen.


Etwas später passierten wir einen ehemaligen Grenzübergang, deren Existenz mir nie bewusst war. In Schönefeld konnten Westberliner, die zum Flughafen Schönefeld wollten, die Grenze passieren.


Hier verließen wir Brandenburg und radelten wieder auf Berliner Gebiet weiter, vorbei an Mauerresten in Altglienicke und dem ehemaligen Grenzübergang Sonnenallee.


Der Streifen Kopfsteinpflaster und die Infotafel sind das Einzigste was an die Grenze erinnert.
Mit Blick auf die Treptower Hochhäuser  genossen wir einen Kaffee und ein Bier, welches uns eine Vereinsgaststätte über den Gartenzaun verkaufte. Danach ging es weiter durch die Stadt bis zur Oberbaumbrücke. 


Die Oberbaumbrücke ist meine Lieblingsbrücke in Berlin. In unmittelbarer Nähe befindet sich am Ufer der Spree die bekannte East Side Gallery. Dort waren wir schon oft aber diesmal fehlten die Menschenmassen. Als ich etwas später an einer Kreuzung auf meinen Lieblingsmann wartete, bemerkte ich das Straßenschild und bemerkte erstaunt, dass dort mal der Grenzübergang Heinestraße war.


Die Grenze, die einmal diese Stadt prägte, ist verschwunden als ob es nie gegeben hätte. Die Streifen auf der Straße zeigen, dass hier eine bestehende Stadt willkürlich getrennt wurde. Am Grenzübergang Heinestraße bin ich oft mit dem Kinderwagen vorbeispaziert und jetzt erkenne ich die Gegend kaum wieder. Der nächste Grenzübergang auf unserer Tour war nicht weit entfernt von der Heinestraße. In der Nähe des Checkpoints Charlie war unsere erste Wohnung. Vom Balkon sahen wir auf die Grenze und nicht nur einmal weckte uns die Grenzsirene. Diesmal fuhren wir dort, wo früher die Mauer stand und die Gegend hatte sich völlig verändert. Neu gebaute Häuser stehen im ehemaligen Grenzstreifen.

Hinter dem berühmten Grenzübergang stehen noch einige Mauerreste. Das Foto der Mauerreste ist aus meinem Archiv. Wir hatten diesmal keine Lust anzuhalten, weil das Ziel schon nah war.



Rechts vorne ist das inoffizielle Ziel unserer 3 Tagesroute zu sehen: Das Brandenburger Tor!

Das Brandenburger Tor wurde in meiner Kindheit und später als die Sehenswürdigkeit von Berlin, Hauptstadt der DDR gepriesen. Aber ich konnte es immer nur aus 200 m Entfernung sehen. Als es im Verlauf der Maueröffnung möglich wurde, durch das Brandenburger Tor zu spazieren, musste ich dort hin und es berühren. Auch heute ist es für mich immer besonders dort zu sein. 

Von dort waren es nur noch 2 km bis zum Hauptbahnhof, dem Start- und Endpunkt der Tour. 

3 Tage folgten wir dem Verlauf der ehemaligen Grenze. Wir hatten Freude am Rad fahren, genossen den Frühling, besuchten bekannte und uns unbekannte Orte meiner Stadt und im Umland. Wir lernten dazu und waren immer wieder erstaunt, wie spurlos diese Grenze verschwunden ist.
Beim Nachbereiten der Tour stellten wir fest, dass wir 2 ehemalige Grenzübergänge gleich zu Beginn der Tour von uns unbemerkt passiert hatten.
Im November 1989 wurde ich von der Öffnung der Grenze überrascht. Damals dachten wir, dass wir nun ein-und ausreisen dürfen. Das die Grenze verschwindet konnten wir uns nicht vorstellen. 
Inzwischen ist die gesamte Stadt meine Stadt.
Ich liebe mein Berlin.

Mittwoch, 6. Mai 2020

Schilderwald 13

Im Schilderwald gibt es genug Parkplätze:




Noch mehr Schilder könnt ihr im Projekt wald bei Arti sehen.

Sonntag, 3. Mai 2020

Die verschwundene Grenze 2/3

Am nächsten Morgen ging es nach einem guten Frühstück wieder in Richtung S-Bahn. Wir hatten Glück, die Aufzüge an den S-Bahnstationen funktionierten und nach 1,5 Stunden waren wir wieder in Spandau. Dann noch  4 km und wir waren wieder auf der Route.
Wenig später hielten wir wegen eines Trafohauses an.


Das war unser Glück. Hätten wir dort nicht alle 4 Seiten fotografiert, hätten wir den Wegweiser für den Mauerweg übersehen.
Es ging also weiter in Richtung ehemaliger Grenzübergang Staaken. Für die Westberliner war es der Grenzübergang Heerstraße.
Wo früher Abfertigungs-und Kontrollanlagen standen und Bewaffnete ihren Dienst versahen, erinnern nur noch Infotafeln an die verschwundene Grenze.


In Groß Glienicke durchquerten wir ein Tor des ehemaligen Gutshofes und entdeckten wenig später eine unserer Meinung nach gut gestaltete Mauererinnerungsstätte.


Mauerreste wurden hier so in Szene gesetzt, dass man den Mauerverlauf nachempfinden kann. Die Mauer trennte zu DDR -Zeiten den Ort vom See. Die Bewohner Groß Glienickes konnten nicht an den See und die 3,60 m hohe Mauer versperrte auch den Blick auf den See.


Zum Glück hat man für heutige Besucher ein Loch im Zaun gelassen und so konnten wir am Groß Glienicker See eine Pause machen und die wunderbare Landschaft genießen.
Leider kann man auch heute nicht den gesamten Uferweg begehen oder befahren. Fast 20 Jahre lang war der ehemalige Postenweg  frei passierbar. Aber 2009 stellten die ersten Anwohner Sperren auf.
Seitdem streiten sich die Parteien. Mit einigen Anrainern konnte sich die Stadt Potsdam einigen aber auch Enteignungen wurden verfügt um ein Wegerecht zu erreichen. Der Streit ist noch nicht zu Ende.
Ich kann nicht verstehen, dass dort wieder Wege blockiert sind, die nach dem Fall der Mauer  für 20 Jahre nutzbar waren.
Unser nächstes Zwischenziel war für mich  ein Hightlight der Tour.
Die Heilandskirche von Sacrow sah ich bisher nur vom See bzw. vom gegenüberliegenden Ufer.


Diese Kirche stand früher im Niemandsland der Grenze und war lange Zeit stark beschädigt. Nun konnten wir das wundervolle, wieder restaurierte Gebäude bewundern. Das Innere konnten wir leider nicht besichtigen aber ich war auch so begeistert vom Ensemble  Kirche, See und Park.


Wenn ihr das Bild mit dem Kreuz vergrößert, könnt ihr auf der gegenüberliegenden Seite  die berühmte Glienicker Brücke sehen. Die deutsche Teilung verlief quer über diese Brücke. Links von der Brücke war Westberlin (und ist Berlin) und auf der rechten Seite betritt man Potsdam, die Landeshauptstadt Brandenburgs.

Wir fuhren weiter am Jungfernsee, dem Lehnitz- und Krampnitzsee entlang, passierten den Ort der Potsdamer Konferenz, Schloss Cecilienhof,  und erreichten die Glienicker Brücke.


Wir waren in den vergangenen Jahren schon an der Brücke aber diesmal nahmen wir uns die Zeit, sie genauer anzuschauen und auch die Stufen zum Wasser hinunter zu gehen.


Kurz nach der Brücke erreichten wir Klein Glienicke. Klein Glienicke war  eine Exklave der DDR, was ihr hier auf einer Karte gut sehen könnt. Auf der kleinen Brücke, die ihr hinter den Infostelen sehen könnt, wurden die Passierscheine kontrolliert.


Das zweite Bild zeigt eines der Schweizer Häuser, die dort zum Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurden. 6 der ursprünglich 10 Häuser wurden im Verlauf der Grenzsicherung leider abgerissen. Die verbliebenen Häuser stehen heute natürlich unter Denkmalsschutz.
In Klein Glienicke gibt es auch ein Cafe, dass für sein selbstgemachtes Eis bekannt ist. Wir waren sehr erfreut, dass das Cafe seine Eistheke geöffnet hatte und so kam ich auch am zweiten Tag zu einem frischen Nachmittagskaffe (mit Eis) und mein Lieblingsmann zu einem kühlen Getränk. Da wir uns natürlich nicht hinsetzen konnten, verteilten sich die Leute auf dem Parkplatz und am Fahrradständer um mit Abstand eine kleine Genusspause einzulegen.

Noch einmal überquerten wir einen ehemaligen Grenzübergang. Der Kontrollpunkt Dreilinden-Drewitz befand sich an der Transitstrecke zwischen Westberlin und der DDR auf der Verlängerung der Avus.


Wir fuhren natürlich nicht auf der Autobahn weiter sondern durch den Wald weiter


und erreichten nach ca. 50 km unser zweites Etappenziel, den S-Bahnhof Teltow Stadt.