Von Menschen und Bäumen

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Montag, 18. Mai 2020

Die Welt in der Kugel




Anfang April begann ich mit dem Lensball zu fotografieren.
Ich zeige euch hier mal einige Kugelbilder, die seitdem entstanden sind.


Bautzen:
bautzen
    Britzer Garten:



Schloss Biesdorf:


Gärten der Welt:

Bei mir im Innenhof:
Wolkenhain auf dem Kienberg:

Donnerstag, 7. Mai 2020

Die verschwundene Grenze 3/3

Am Morgen des 3. Tages ging es mit der S-Bahn wieder nach Teltow zurück.
Am Bahnhof Friedrichstraße mussten wir umsteigen. Hier befand sich zu DDR-Zeiten ein Grenzübergang. Er hatte eine große Abfertigungshalle, die im Volksmund Tränenpalast genannt wurde. Heute befindet sich dort eine interessante Ausstellung zur deutschen Teilung.


Wer dort die Abfertigung und Zollkontrolle passiert hatte, betrat den Teil des Bahnhofes, der im Westteil lag und konnte von dort aus mit der S-Bahn ins westberliner Gebiet weiterreisen. Dieser Teil des Bahnhofes war für die Benutzer der ostberliner S-Bahn nicht einsehbar und ich war nach der Grenzöffnung sehr überrascht, wie groß dieser Bahnhof ist. Um nach Teltow zu kommen, mussten wir den unterirdischen Bahnsteig benutzen, von deren Existenz  ich bis 1990 nichts wusste. 
In Teltow fuhren wir am Teltowkanal entlang und erreichten bald eine wunderbare Kirschblütenallee.



Ein japanischer Fernsehsender sammelte bei seinen Zuschauern mehr als eine Million Euro an Spenden um an Orten der ehemaligen Grenze Kirschbäume zu pflanzen.
Dass in 9000 km Entfernung Menschen von unserer Grenzöffnung so begeistert waren, dass sie soviel Geld für ein blühendes Geschenk sammelten, berührt mich sehr. Als ich nach der Tour dazu recherchiert habe, erfuhr ich, dass auch in "meinen" Gärten der Welt Kirschbäume aus dieser Aktion stehen.

Unser Weg führte uns weiter durch die Frühlingslandschaft. Wir fuhren durch kleine Wäldchen und über den ehemaligen Postenweg, manchmal mit Blick auf die Stadt.


Bei Großziethen sieht man, wie dicht die Mauer  an der Stadt entlanglief. Die Hochhäuser gehören zur Gropiusstadt, einer Großraumsiedlung im damaligen Westberlin. In Großziethen gab es von 1973-1977 ein "Loch" in der Grenze. Dort passierte die westberliner Müllabfuhr die Grenze, um in Großziethen Müll abzukippen. Westberlin war ja faktisch eine Insel und musste seinen Müll loswerden und die DDR brauchte Devisen.


Etwas später passierten wir einen ehemaligen Grenzübergang, deren Existenz mir nie bewusst war. In Schönefeld konnten Westberliner, die zum Flughafen Schönefeld wollten, die Grenze passieren.


Hier verließen wir Brandenburg und radelten wieder auf Berliner Gebiet weiter, vorbei an Mauerresten in Altglienicke und dem ehemaligen Grenzübergang Sonnenallee.


Der Streifen Kopfsteinpflaster und die Infotafel sind das Einzigste was an die Grenze erinnert.
Mit Blick auf die Treptower Hochhäuser  genossen wir einen Kaffee und ein Bier, welches uns eine Vereinsgaststätte über den Gartenzaun verkaufte. Danach ging es weiter durch die Stadt bis zur Oberbaumbrücke. 


Die Oberbaumbrücke ist meine Lieblingsbrücke in Berlin. In unmittelbarer Nähe befindet sich am Ufer der Spree die bekannte East Side Gallery. Dort waren wir schon oft aber diesmal fehlten die Menschenmassen. Als ich etwas später an einer Kreuzung auf meinen Lieblingsmann wartete, bemerkte ich das Straßenschild und bemerkte erstaunt, dass dort mal der Grenzübergang Heinestraße war.


Die Grenze, die einmal diese Stadt prägte, ist verschwunden als ob es nie gegeben hätte. Die Streifen auf der Straße zeigen, dass hier eine bestehende Stadt willkürlich getrennt wurde. Am Grenzübergang Heinestraße bin ich oft mit dem Kinderwagen vorbeispaziert und jetzt erkenne ich die Gegend kaum wieder. Der nächste Grenzübergang auf unserer Tour war nicht weit entfernt von der Heinestraße. In der Nähe des Checkpoints Charlie war unsere erste Wohnung. Vom Balkon sahen wir auf die Grenze und nicht nur einmal weckte uns die Grenzsirene. Diesmal fuhren wir dort, wo früher die Mauer stand und die Gegend hatte sich völlig verändert. Neu gebaute Häuser stehen im ehemaligen Grenzstreifen.

Hinter dem berühmten Grenzübergang stehen noch einige Mauerreste. Das Foto der Mauerreste ist aus meinem Archiv. Wir hatten diesmal keine Lust anzuhalten, weil das Ziel schon nah war.



Rechts vorne ist das inoffizielle Ziel unserer 3 Tagesroute zu sehen: Das Brandenburger Tor!

Das Brandenburger Tor wurde in meiner Kindheit und später als die Sehenswürdigkeit von Berlin, Hauptstadt der DDR gepriesen. Aber ich konnte es immer nur aus 200 m Entfernung sehen. Als es im Verlauf der Maueröffnung möglich wurde, durch das Brandenburger Tor zu spazieren, musste ich dort hin und es berühren. Auch heute ist es für mich immer besonders dort zu sein. 

Von dort waren es nur noch 2 km bis zum Hauptbahnhof, dem Start- und Endpunkt der Tour. 

3 Tage folgten wir dem Verlauf der ehemaligen Grenze. Wir hatten Freude am Rad fahren, genossen den Frühling, besuchten bekannte und uns unbekannte Orte meiner Stadt und im Umland. Wir lernten dazu und waren immer wieder erstaunt, wie spurlos diese Grenze verschwunden ist.
Beim Nachbereiten der Tour stellten wir fest, dass wir 2 ehemalige Grenzübergänge gleich zu Beginn der Tour von uns unbemerkt passiert hatten.
Im November 1989 wurde ich von der Öffnung der Grenze überrascht. Damals dachten wir, dass wir nun ein-und ausreisen dürfen. Das die Grenze verschwindet konnten wir uns nicht vorstellen. 
Inzwischen ist die gesamte Stadt meine Stadt.
Ich liebe mein Berlin.

Mittwoch, 22. April 2020

Schilderwald 12

Dieses Schild steht im Wald- ist das jetzt der Schilderwald?


Insgesamt ist der Berliner Mauerweg 160 km lang. Er führt durch die Stadt, den Wald, am Wasser lang, überquert Autobahnen und die Orientierung ist dank dieser Schilder gut möglich.
Manchmal sind sie etwas schwer zu entdecken, da sie sehr hoch angebracht sind. Sie zeigen die Höhe der ehemaligen Grenzanlage.


Gestern sind wir 56 km auf dem Mauerweg geradelt. Heute werden es ca. 50km werden und morgen wollen wir die Runde beenden. Ich werde hier später darüber berichten.

Ich schicke diese Schilder zu Arti in den Schilderwald.

Montag, 6. April 2020

Mit Farbe in die Woche 101

Bei meinen Spaziergängen der letzten Tage fand ich an einer Einrichtung der Jugenhilfe diese bildliche Umsetzung des oft erwähnten Großstadtdschungels:



Montag, 30. März 2020

Mit Farbe in die Woche 100

Für den 100. Post unter dem Titel "Mit Farbe in die Woche" darf es schon mal etwas mehr sein.
Deshalb dürfen heute alle Fundstücke der letzten 2 Wochen aus dem digitalen Archiv.

Als ich am 18.3. zu meiner Stadtwanderung den U-Bahnhof Westhafen verließ, entdeckt ich in der Ferne ein Mural. Es lag nicht auf meiner Route aber ich hatte ja die Kamera mit dem Superzoom dabei:


Als ich dann am Westhafen lang schlenderte, sah ich Krokusse, die nicht Verblühen:


In der Kleingartenanlage entdeckte ich dann dieses schön gestaltete Häuschen.


Die Vereinsgaststätte ist auch verziert:


Kurz vor dem Schloss Bellevue ist diese Fassade nicht zu übersehen:


Ob es im Landwehrkanal wirklich Haie gibt?


Ausflüge in die Stadt machte ich in den letzten Tagen nicht mehr. Seit den Ausgangsbeschränkungen fahre ich nicht mehr mit den Öffentlichen. Da ich aber am Rand der Stadt wohne, bin ich in 10 Minuten mit dem Rad allein in der Natur. Auf meinen Touren der letzten Tage habe ich einige Fundstücke eingesammelt:



Per WhatsApp erreichte uns ein Trafo aus Lossow. Vielen Dank an M.J. vom Team Amt.


Gestern erhielt ich dann noch Trafogrüße von meiner Enkelin:

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